Letzte Woche habe wir uns auf die Suche nach dem passenden Physiotherapeuten und CMD Experten gemacht. Doch wie geht es nun weiter und was erwartet dich beim ersten Termin?

Unterschied Physiotherapie & CMD Experte

Grundlegend muss man zunächst unterscheiden, um welche Diagnose es sich handelt, denn ein CMD Experte wird einen anderen Befund aufnehmen, als ein Physiotherapeut bei einer Erkrankung des Bewegungssystems. In beiden Fällen wird der jeweilige Therapeut aber an erster Stelle ein ausführliches Anamnese Gespräch mit dir führen und dich dann verschiedene Bewegungen ausführen lassen, um mögliche Problemstellen zu erkennen. Kiene Sorge, dabei gibt es kein richtig oder falsch, der Therapeut möchte sich nur ein Bild von deiner Situation machen. Wichtig zu wissen ist auch, wie sehr dich dein Problem im Alltag einschränkt – gibt es Dinge die du momentan nicht mehr, oder nur erschwert, ausführen kannst?

 

Der Allgemeine Physiotherapie Befund

 

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An erster Stelle eines Physiotherapeutischen Befunds, sollte immer die Anamnese, also die Krankheitsgeschichte, stehen. Dabei interessieren mich vor allem Dauer und Ausmaße der Erkrankung, aber auch Organbeschwerden und Familiär Situation.

Daraufhin starte ich zunächst mit dem Gangbild. Währen der Patient auf und ab läuft, achte ich auf Fußstellung, Schrittauslösung und Körperbewegung. Danach betrachte ich den Patienten im Stehen.

Die Statik sagt schon einiges über die Beckenstellung und Wirbelsäulenfunktion aus. Außerdem solltest du die Statik immer von allen drei Seiten betrachten, frontal, sagittal und transversal.

Ich gehe nun über zu Lendenwirbelsäule. Der Patient bekommt nun die Aufgabe sich mit dem Oberkörper nach vorne / hinten / zu Seite zu beugen. An der Beweglichkeit der einzelnen Körperabschnitte lassen sich nun ggf. einzelne Einschränkungen erkennen, die später für die Therapie relevant sind.

Die Betrachtung des ISG (Ilio-Sacral-Gelenk) gehört auch zu einem Grundlagen Befund dazu. der sogenannte Vorlauf Test gibt Anzeichen über eine mögliche Beckenfehlstellung.

Das Gleichgewicht teste ich gerne im Tandemstand. Der Patient wird aufgefordert einen Fuß vor den anderen zustellen und zu verharren ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Eine Steigerung wäre der Einbeinstand.

Schulter und Halswirbelsäule sind eng miteinander verknüpft. Ich teste die Schultermobilisation in Innen- und Außenrotation in der Sagittalebene mit angewinkeltem Ellenbogen.

Kniebeugen kennt jeder, auch für einen Befund ist sie sehr hilfreich, da sie schnell Aufschluss über die Hüftbeweglichkeit und Fußstellung des Patienten gibt.

Etwas untypisch, aber sehr effizient ist die Beobachtung der Augenfolgbewegung. Hierbei muss der Patient mit den Augen (nicht mit dem Kopf!) der Bewegung eines Stiftes folgen. Der Therapeut beobachtet dabei die Konvergenz (Zusammenziehen) und Divergenz (Auseinandergehen) der Pupillen. Laufen beide Augen symmetrisch?

Wir gehen weiter zum Bereich Brustwirbelsäule. Im Sitzen teste ich die Bewegung nach vorne (Flexion), hinten (Extension) und zur Seite (Lateralflexion).

Die gleichen Bewegungsrichtungen gelten auch für die Halswirbelsäule. Möglichen Schmerzpunkte soll der Patient dabei sofort melden.

Muskuläre Verkürzungen lassen sich gut mit dem Active straight leg raise Test herausfinden. In Rückenlage wird der Patient aufgefordert ein Bein gestreckt zu heben.

Zu guter Letzt teste ich die Rumpfstabilität meines Patienten. Aus der Bauchlage drückt sich der Patient in die Stützposition. Dabei achte ich auf mögliche Abweichungen im Rumpf.

Viel Spaß beim Ausprobieren und testen!

 

Der CMD-Befund

 

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Wie erwartet, umfasst ein CMD Befund ausschließlich die Mund- und Nackenpartie. Der Therapeut kann unterschiedliche Hilfsmittel benutzen, beispielsweise ein Lineal oder einen Spiegel, um Bewegungseinschränkungen zu dokumentieren, um später gleich einen Behandlungsverlauf zu erkennen. Folgende Kriterien werden deinen CMD Therapeuten mit Sicherheit interessieren:

Die Mundöffnung: Verläuft sie geradlinig oder abgehackt? Allein die Mundöffnung kann schon Aufschluss geben, ob es sich um ein muskuläres oder gelenkbezogenes Problem handelt

Palpation während der Mundöffnung: Sind während der Öffnung Kiefergeräusche erkennbar?

Bewegungen: Kieferbewegungen zur Seite/ nach vorne / nach hinten – stellt der Therapeut dabei Ausweichbewegungen fest? Sämtliche Bewegungen werden zudem abgemessen und im rechts / links Vergleich auf Asymmetrien getestet.

Zähne & Zunge: Der Physiotherapeut sucht dabei nach Anzeichen von Knirschen oder Zähnepressen.

Der Biss: Was sagt die Zahnstellung über deine Kieferaktivität aus?

Proportionen Kopf & Kiefer: Zu einem gründlichen Befund gehört auch das Ausmessen der Kieferpartie.

Zunge rausstrecken: Wie kräftig ist deine Zungenmuskulatur und kann sie Widerstand entgegenhalten?

Palpation Muskulatur: Auch das Abtasten der kieferbeteiligten Muskeln ist für einen ausführlichen Befund unabdinglich

Bewegungen der Halswirbelsäule: Ist die HWS in alle Richtungen frei beweglich?